Besucherbergwerk Zinngrube Ehrenfriedersdorf

Einfahrt zum Besucherbergwerk Zinngrube am Ehrenfriedersdorfer Sauberg (Grafik: TU Bergakademie Freiberg)

Der Bergbau in Ehrenfriedersdorf begann im 13. Jahrhundert und wurde 1990 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Vordergründig wurden im Revier Zinn-, Blei-, Eisen- und Silbererze abgebaut. Bis zum Ende des aktiven Bergbaus wurden über 9,75 Mio. Tonnen Erze gefördert. Nach der Stilllegung und dem abgeschlossenen Grubenflutungsprozess steht heute ein wasserverfüllter Hohlraum von ca. 2,5 Mio. m³ mit Temperaturen von 10 – 12 °C zur Verfügung. Dies betrifft die Grubengebäude unterhalb des Tiefen Sauberger Stollns, welcher von 1536 bis 1570 aufgefahren wurde und das Ehrenfriedersdorfer Revier als Hauptwasserlösestolln seit dem entwässert [1]. Heute sind die begehbaren Grubenteile im Besucherbergwerk Zinngrube Ehrenfriedersdorf zu besichtigen.

In einer sehr frühen Variante der Grubenwassernutzung wurde 1992 in der Ehrenfriedersdorfer Zinngrube im Bereich des Besucherbergwerks eine Geothermieanlage mit einer Leistung von 16 kW in Betrieb genommen. Bis 1998 wurde sie in mehreren Entwicklungsstadien und Umbauten zu einer 120 kW-Anlage aufgerüstet [2]. Mithilfe dieser werden heute die Räumlichkeiten des Besucherbergwerks beheizt.

Grubenwassergeothermieanlage Besucherbergwerk Zinngrube Ehrenfriedersdorf (Grafik: TU Bergakademie Freiberg)

Auf Höhe des Flutungspegels der abgeworfenen Grube befinden sich wasserverfüllte Hohlräume, welche aufgrund des Abbaus entstanden. Das sich hier sammelnde Wasser wird von der Grubenwassergeothermieanlage genutzt. Von hier wird es in einen Wärmeübertrager gepumpt, welcher sich in einer Teufe von 110 m im Besucherbergwerk am Füllort des Sauberger Haupt- und Richtschachts befindet. Nach Übertragung der Wärme in einen geschlossen Zwischenkreislauf wird das Wasser ca. 300 m von der Entnahmestelle entfernt wieder in einen Überhauen eingeleitet, welche über das umgebene Gestein eine hydraulische Verbindung zur Entnahmestellte aufweist. Damit erfolgt eine Zirkulation des Grubenwassers mit Temperaturregeneration. Durch eine übertägig installierte Wärmepumpe wird das Temperaturniveau angehoben und somit die im Grubenwasser gespeicherte Energie für Heizanwendungen nutzbar gemacht [2].

Literatur

[1] Hösel G. (1994) Das Zinnerz-Lagerstättengebiet Ehrenfriedersdorf/Erzgebirge. Bergbau in Sachsen, Band 1
[2] Rottluff F. (1998) Neue Wärmepumpenanlage im Besucherbergwerk Zinngrube Ehrenfriedersdorf. Geothermische Energie - Mitteilungsblatt der Geothermischen Vereinigung e. V. 6(21)