Grubenwassergeothermie in Sachsen

Das Gebiet und die historische Entwicklung des Freistaats Sachsen ist stark durch den Bergbau geprägt worden. Nach heutigen Erkenntnissen werden die Anfänge auf das Jahr 1168 datiert, als in Christiansdorf, Teil der heutigen Altstadt Freibergs, Silber gefunden wurde. Im Zuge der weiteren Entdeckung von Silbererzen und-seifen im Erzgebirge kam es zur Gründung weiterer Bergstädte wie Schneeberg, Annaberg, Marienberg oder Johanngeorgenstadt. Das stetige Wachstum wurde durch den dreißigjährigen Krieg (1618-1648) unterbrochen, da viele Städte und bergbauliche Anlagen zerstört wurden. Eine erneute Zunahme von Bergbautätigkeiten erfolgte erst wieder ab dem 18. Jahrhundert. Hier kam es neben dem Abbau von Silber und Zinn auch zu einer verstärkten Förderung von Kupfer und Blei, Wismut, Kobalt oder Nickel. Nach Ende des 2. Weltkriegs konzentrierte sich der sächsische Erzbergbau auf die Förderung von Blei und Zink und  die Förderung von Zinn. Von zentraler Bedeutung für die Historie war der durch die Wismut AG bzw. die SAG/SDAG Wismut bis zur Wiedervereinigung Deutschlands durchgeführte Uranbergbau. Eine Vielzahl von bestehenden Erzlagerstätten wurde hinsichtlich einer möglichen Uranförderung erkundet. Die mit Abstand größten Mengen wurden hierbei in der Grube Schlema-Alberoda gefördert. Weitere wichtige Lagerstätten waren die Lagerstätten Zobes und Bergen sowie Johanngeorgenstadt, Pöhla sowie die Förderung von uranhaltiger Steinkohle im Revier Freital/Gittersee. Somit wurden bis 1989 etwa 12,4% der weltweit gesamten geförderten Urans in ostdeutschen Lagerstätten abgebaut [1].


Bergleute Untertage [2]


Weiterhin kam es auch zum Abbau von Steinkohle. Die Vorkommen konzentrierten sich dabei auf die Lagerstätten Zwickau (Förderung von 220 Mio. t), Lugau/Oelsnitz (140 Mio. t) und Freital/Gittersee (50 Mio. t) [3]. Die ersten Entdeckungen von oberflächlichen Kohleansammlungen in Zwickau gehen dabei auf das 10. Jahrhundert zurück [4]. Das Ende der sächsischen Steinkohlenförderung 1989 stellt die Beendigung des Abbaus der uranhaltigen Kohle im Grubenfeld Gittersee dar. Neben der Förderung von Steinkohle war und ist auch der Abbau von Braunkohle von zentralem Interesse.Mit dem Mitteldeutschen und den Lausitzer Braunkohlerevier liegen dabei zwei große Bergbaugebiete teilweise auf sächsischem Gebiet, wobei zum gegenwärtigen Zeitpunkt (Stand 2018) in noch drei Tagebauten aktiv Braunkohle gefördert wird (Nochten, Reichwalde und Vereinigtes Schleenhain).

Für das gesamte Lausitzer Braunkohlerevier werden dabei geologische Vorräte von 12,2 Mrd. t sowie für das gesamte Mitteldeutsche Braunkohlerevier 10 Mrd. t angegeben, wovon 3,7 bzw. 2,1 Mrd. t. wirtschaftlich nutzbar sind (Stand 2006) [5].

Weiterhin spielt die Förderung von Spaten, Steinen sowie Erden eine wichtige Rolle in der sächsischen Historie sowie gegenwärtigen Entwicklungen.

Grubenwassergeothermieanlagen Sachsen

Durch die große Anzahl untertägig geschaffener Hohlräume mit teilweise großen vorliegenden Wasserdargeboten ergaben sich bereits in der Vergangenheit an vielen Stellen Überlegungen, das Grubenwasser für eine Energiebereitstellung zu nutzen. So wurden in verschiedenen sächsischen Bergbaugebieten Grubenwassergeothermieanlagen installiert, wobei sich diese je nach vorliegenden Gegebenheiten im Bergwerk mitunter deutlich unterscheiden. Eine Übersicht dieser sowie wichtiger Bergbaugebiete ist in der untenstehenden Abbildung gegeben:


Große sächsische Bergbaugebiete und Grubenwassergeothermieanlagen in Openstreetmap-Karte in Anlehnung an Hohlraumkarte SMWA Sachsen


Literatur

[1] Baumann L., Kuschka E., Seifert T. (2000) Lagerstätten des Erzgebirges. ENKE im Georg Thieme Verlag, Stuttgart
[2] http://www.zeno.org - Contumax GmbH & Co. KG
[3] Hoth K., Brause B., Döring H. et al. (2009) Die Steinkohlenlagerstätte Zwickau. Bergbau in Sachsen, Band 15
[4] (2000) Der Steinkohlenbergbau im Zwickauer Revier. Förster & Borries
[5] Maaßen U., Schiffer H.-W. (2009) Die deutsche Braunkohle im Energiemix – Gewinnung und Nutzung der Braunkohle im Jahr 2006. In: Stoll R, Niemann-Delius, Christian, Drebenstedt C, Müllersiefen K (Hrsg) Der Braunkohlentagebau. Bedeutung, Planung, Betrieb, Technik, Umwelt. Springer-Verlag