VODAMIN II

Die Durchführung des Projektes VODAMIN II wird durch das Kooperationsprogramm Freistaat Sachsen – Tschechische Republik 2014 – 2020 im Rahmen der europäischen territorialen Zusammenarbeit aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung gefördert. An der Umsetzung arbeiten deutsche sowie tschechische Firmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam.

Unter folgendem Link ist die Homepage des Gesamtprojekts zu finden.

Projektinhalt

Das Projekt wird im Zeitraum 09/2016 bis 05/2020 durchgeführt. Während der Laufzeit des Projektes sind Aktivitäten zum Schutz der Umwelt in Nordböhmen sowie im Erzgebirge im Einzugsgebiet der Elbe geplant.

Zu den wichtigsten Aktivitäten des Projektes gehören:

  • Durchführung von hydrogeologischen Erkundungsbohrungen
  • Laufende Erfassung der chemischen Beschaffenheit der Gewässer und ihre Auswertung aus hydrogeologischer Sicht
  • Erstellung einer Datenbank und Kartenunterlagen
  • Erfassung von Daten zum Wärmepotential der Gewässer für eine mögliche thermische Nutzung
  • Untersuchung von Wärmeübertragern hinsichtlich ihrer Verschmutzung durch Grubenwasser
  • Auswertung des gemeinsamen Fördergebietes aus der Sicht der Nutzung des Grubenwassers als einer Nutzwasserquelle
  • Erarbeitung eines Handbuches für Grubeneigentümer, öffentliche Einrichtungen und weitere potentielle Nutzer zur energetischen Nutzung des Grubenwassers
  • Auswertung der Ergebnisse und ihre Präsentation in der Öffentlichkeit

Die erarbeitete Datenbank mit Parametern des Grubenwassers im Bereich des Brüxer Beckens sowie des Grundwassers der Kippen im Freiberger Revier wird zur Verbesserung der Zusammenarbeit bei der Aufstellung von gemeinsamen Bewirtschaftungsplänen und Maßnahmenkataloge beitragen. Durch das Testen möglicher Versickerung von Schadstoffen aus den Kippen des ehemaligen Bergbaus in Freiberg, das Monitoring und eine Zusammenfassung bisheriger Feststellungen wird die grenzübergreifende Überprüfung des Erfolges von Sanierungsmaßnahmen verbessert. Letztendlich wird die Erarbeitung eines Handbuches zur energetischen Nutzung des Wassers bei weiteren Entscheidungen über die Nutzung dieser Gewässer im Rahmen der Raumplanung oder der investiven Planung helfen.

Das Projekt wird auch nach dem festgelegten Termin für den Abschluss des Projektes weitergeführt. Geplant ist eine Weiterführung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit der Kooperationspartner durch regelmäßige Arbeitsgruppensitzungen sowie Entwicklung und Durchführung von Projekten, die einen weiteren Schutz des Gewässers im sächsisch-böhmischen Grenzraum fördern werden.

Unser gemeinsames Ziel ist es, mit Hilfe einer intensiven Zusammenarbeit im Bereich der Problematik des Oberflächen- sowie des Grubenwassers die Lebensbedingungen der Bevölkerung im gemeinsamen grenznahen Gebiet zu verbessern.

 

Projektpartner

Staatsbetrieb Palivový kombinát Ústí, s.p.

Der federführende Begünstigte, der für die Durchführung des gesamten Projektes VODAMIN II verantwortlich ist, ist der Staatsbetrieb Palivový kombinát Ústí, s.p., Im Rahmen seiner Aktivitäten wird er in dem Fördergebiet neunzehn hydrogeologische Erkundungsbohrungen durchführen. Diese werden den weiteren Partnern für die Entnahme von Grundwasserproben und die Erstellung einer Datenbank mit Informationen dienen, um die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorstellen zu können.

Der Staatsbetrieb Palivový kombinát Ústí, s.p. befasst sich mit der Beseitigung der Folgen des Abbaus von Braunkohle, der Erdöl- und Gasgewinnung durch die Rückführung der Landschaft in einen ähnlichen Zustand, in dem sie sich vor Aufnahme des Bergbaus befand. Zu den wichtigsten Projekten, die durch den Staatsbetrieb umgesetzt werden, gehören eine umfassende Revitalisierung der ehemaligen Tagebaue Chabařovice und Most-Ležáky sowie die Beseitigung von ökologischen Altlasten der Förderung von Erdöl und Erdgas in Südmähren sowie das Monitoring des Wasserhaushalts des Grubenwassers in Bergbaufolgelandschaften.

Info: www.pku.cz

 

Hochschule für Bergbau - Technische Universität Ostrava

Die Hochschule für Bergbau – Technische Universität in Ostrau ist der tschechische Projektpartner. Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehört die Errichtung einer Einrichtung für das Monitoring im Bohrnetz sowie Probenahmen, um den Inhalt von Stoffen und ihren Transport in die Umgebung feststellen zu können. Ein Bestandteil der Arbeiten werden auch ein Monitoring des Grundwasserspiegels in den Bohrungen durch den federführenden Begünstigten und die Aufstellung eines hydrogeologischen Modells und Erarbeitung von Kartenunterlagen sein. Ein Ergebnis der Aktivitäten wird auch die Erarbeitung eines Endberichtes sein, in dem die potentiellen Möglichkeiten zum Schutz des Oberflächenwassers vor unkontrolliertem Einleiten des Grubenwassers nach der Einstellung des Bergbaus und der Wasserförderung in diesen stillgelegten Teilen des Bergbaureviers zusammengefasst werden. Im Rahmen eines der Meilensteine des Projektes wird ein Modell eines Wärmeübertragers zur Maximalisierung des Transports des Wärmegradienten entwickelt, um seine weitere Anwendung zu ermöglichen.

Die Hochschule für Bergbau – Technische Universität in Ostrau (Vysoká škola báňská – Technická univerzita Ostrava) gehört zu den besten tschechischen und europäischen Universitäten, die eine Ausbildung in technischen und ökonomischen Bereichen anbieten. Aktiv bietet sie Leistungen im Bereich der angewandten sowie der Grundlagenforschung sowie notwendige Beratungen für die Industrie, das Bankwesen sowie für Unternehmen einschließlich eines lebenslangen Lernens an.

Info: www.vsb.cz

 

TU Bergakademie Freiberg

Im Rahmen des vom Institut für Wärmetechnik und Thermodynamik der TU Bergakademie Freiberg zu bearbeitenden Themenschwerpunkts soll in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Bergbau und Spezialtiefbau die Eignung des Grubenwassers für Heiz- und Kühlanwendungen herausgestellt werden. Hohe Anforderungen werden an die dafür notwendigen Wärmeübertrager gestellt. Problematisch ist hierbei die Belastung der Grubenwässer, womit Verschmutzungen an den Rekuperatoren und damit verbunden Leistungsabfälle der Anlagen mit zunehmender Laufzeit einhergehen.

Ziel soll es deshalb sein, Möglichkeiten zu finden, eine zuverlässigere Arbeitsweise der Anlagen zu realisieren. Über die Projektlaufzeit soll ein Monitoring an ausgewählten Standorten im Fördergebiet aufgebaut werden, um die Betriebsregime bestehender Anlagen zu analysieren. In Kombination mit Untersuchungen zur Grubenwasserchemie sowie den Betrachtungen zu den Wärmeübertragern soll damit eine optimierte Verfahrensweise entwickelt werden, um einen verstärkten Ausbau geothermischer Grubenwasseranlagen zu ermöglichen. Weiterhin wird ein Leitfaden ausgearbeitet, der potentiellen Anwendern derartiger Anlagen zur Verfügung gestellt wird. Damit soll eine Erhöhung des Anteils regenerativer und grundlastfähiger Energiequellen bewirkt werden

Die TU Bergakademie Freiberg und ihre sechs Fakultäten konzentrieren sich als Forschungseinrichtung auf die Entwicklung alternativer Technologien für den Abbau von Rohstoffen und die Bildung in diesem Bereich, auf Technologien im Bereich der Energiewirtschaft, auf Materiale und Recyclingprozesse und leistet somit einen entscheidenden Beitrag zur Lösung von wirtschaftlichen und ökologischen Problemen.

Info: www.tu-freiberg.de

 

Hochschule Zittau/Görlitz

Durch das Institut für Verfahrensentwicklung, Torf- und Naturstoff-Forschung (iTN) erfolgt der Aufbau einer Datenbank, in welcher die bisherigen Daten aus dem Wassermonitoring der Saxonia im Gebiet des Freiberger Altbergbaus dargestellt werden. Die bisherigen Ergebnisse weisen auf einen Sanierungserfolg hin, liegen jedoch in unterschiedlicher Form und Qualität vor und bedürfen einer Aufarbeitung und zentralen Erfassung auch für die Zukunft.

Desweiteren erfolgt durch das iTN eine fachliche Beratung und Begleitung der Pilot-Untersuchungen auf Testfeldern im Freiberger Raum. Es soll die Möglichkeit untersucht werden, eine Haldenabdeckung vorzunehmen, um den jährlichen Anfall des Haldenwassers sowie die diffusen Einträge ins Grundwasser zu reduzieren. Mit der Abdeckung ist zu untersuchen, ob das Durchsickern von Niederschlägen durch kritische Bodenschichten reduziert werden kann. Vorrangig sind ortsnahe, günstig beschaffbare und in größerer Menge verfügbare Materialien einzusetzen. Auf diesen Testflächen wird eine Messanlage installiert, welche zur Datenerfassung des Sickerwassers dient.

Unter Mitwirkung des iTN erfolgt der Aufbau einer Arbeitsgruppe sowie die Erarbeitung einer Arbeits- und Wirkungsstrategie der grenzüberschreitenden und interdisziplinären sowie interinstitutionell angelegten Untersuchungen. Schwerpunkt ist ein Erfahrungsaustausch beider Seiten zu den bergbaulichen Altlasten bzw. zu dem entstehenden Sanierungs- und Überwachungsbedarf, welche beim Rückgang des Braunkohlebergbaus entstehen.

Das iTN ist ein An-Institut der Hochschule Zittau/Görlitz in Kooperation mit dem Internationalen Hochschulinstitut Zittau (IHI) und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW). Es pflegt enge Kontakte und Beziehungen zu verschiedenen nationalen und internationalen bergbaulichen, gewerblichen sowie anderen industriellen Einrichtungen, zu nationalen und internationalen Forschungsinstituten, zu Hochschulen und Universitäten sowie zu Behörden und Vereinen.

Tätigkeitsbereiche

  • Torf- und Naturstoffanalytik sowie Charakterisierung
  • Naturstoffverwertungs-Forschung
  • Deponietechnik- und Bodensubstrat-Forschung
  • Technologie-Forschung (Stoffaufschluss, Aufbereitung organischer und anorganischer disperser Stoffe/Stoffgemische)

Info: www.itn.hszg.de

SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH

Im Rahmen des Projektes wird die SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH Erfolge von Sanierungsarbeiten in der Freiberger Region auswerten sowie das Grund- und Oberflächenwasser in Gebieten mit ökologischen Altlasten überwachen. Auf Basis dieser Angaben wird eine Datenbank entwickelt und ein Plan für die Erfassung der Wassergüte der Freiberger Mulde aufgestellt.

Die SAXONIA ist ein Beteiligungsunternehmen des Landkreises Mittelsachsen und der Universitätsstadt Freiberg und fester Bestandteil der regionalen Wirtschaftsstruktur. Sie prägt durch aktive Wirtschaftsförderung sowie durch zielgerichtetes Revitalisierungs-, Standort- und Umweltmanagement den Wirtschaftsstandort. In Kompetenznetzwerken werden Kooperations- und Unternehmensaktivitäten in ausgewählten Technologiefeldern der Region begleitet, weiterentwickelt und vermarktet. Praktische Erfahrungen im Flächen- und Projektmanagement sowie Infrastruktur- und Beratungsleistungen ergänzen sich durch intensives Kooperationsmanagement.

Info: www.saxonia-freiberg.de