MareEn

Im Zeitraum 07/2021 bis 12/2022 arbeiten der Lehrstuhl für technische Thermodynamik der TU Bergakademie Freiberg sowie die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH an der Entwicklung von energetischen Nutzungskonzepten für die Gemeinden des ehemaligen Steinkohlereviers Lugau/Oelsnitz. Dabei werden sie durch die vier Kommunen Gersdorf, Hohndorf, Lugau, Oelsnitz i.E. sowie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) unterstützt.

Projektinhalte

Die an das ehemalige Steinkohlerevier Lugau-Oelsnitz angrenzenden Gemeinden wurden über 100 Jahre durch den aktiven Bergbau geprägt. Nun fordert der Strukturwandel Maßnahmen zur Nachsorge. Wenn die Flutung abgeschlossen ist, sind ab etwa 2032 Strategien im Umgang mit dem anfallenden Wasser notwendig. Doch diese Ewigkeitsaufgabe bietet auch das Potenzial, einen erheblichen Beitrag zu einer erneuerbaren Energieversorgung der Gemeinden zu leisten. Um die anvisierten Klimaschutzziele des Bundes und der Länder zu erreichen, muss die Integration von Erneuerbaren Energieträgern im gesamten Energiesystem weiter forciert werden. Während in den letzten Jahren der Anteil Erneuerbarer Energien bei der Stromversorgung stets deutlich gesteigert werden konnte, besteht bei der regenerativen Wärme- und Kälteversorgung noch Nachholbedarf. Insbesondere im Gebäudesektor, der ca. ein Drittel der gesamten Energie benötigt, sind zum Erreichen der anvisierten Klimaschutzziele große Anstrengungen im Bereich einer klimafreundlichen Beheizung und Kühlung der Gebäude nötig. 

Außerdem können durch die Flutung des Altbergbaus entstandene unterirdische Reservoirs als Energiequelle dienen. Das Grubenwasser kann somit zukünftig vermehrt als Energiequelle zur regenerativen Gebäudekonditionierung genutzt werden. Dieses stellt aufgrund der ganzjährigen und witterungsunabhängigen Verfügbarkeit bei konstanten Wassertemperaturen eine grundlastfähige Energiequelle zum Heizen und Kühlen dar. Dadurch kann für die Kommunen aus den Aufgaben der Bergbaunachsorge ein ökonomischer und ökologischer Synergieeffekt zur erneuerbaren Energieversorgung von Gebäuden entstehen.

Zu den wichtigsten Aktivitäten des Projektes gehören:

  • Identifizieren möglicher Entnahmepunkte für Grubenwasser
  • Berechnung der theoretisch nutzbaren Wärme- und Kältemengen
  • Durchführung von übertägigen standortgenauen Energiebedarfsanalysen
  • Planung konkreter Netzverläufe (Trassierung möglicher Wärme- und Kältenetze)
  • Überprüfung einer möglichen thermische Nutzung des Grubenwassers durch miniaturisierte Wärmepumpenanlage
  • Informieren der Öffentlichkeit in Workshops und Konferenzen
  • Netzwerkarbeit zur langfristigen Bewältigung und positiven Gestaltung der Bergbaufolgen

Wärmepumpenworkshop in Freiberg

Im Rahmen des Projekts MareEn wird am Dienstag den 14.06.2022 ein Wärmepumpenworkshop veranstaltet. An diesem Tag wird das Thema Wärmepumpen grundlegend betrachtet, sowie die Schwerpunkte Funktionsweise, politischen Rahmenbedingungen, Großwärmepumpen, Quartierskonzepte und Wärme- sowie Kältenetze besprochen.

Weitere Informationen: Wärmepumpenworkshop

Veröffentlichungen

Projektpartner

TU Bergakademie Freiberg

Im Rahmen des vom Lehrstuhl für Technische Thermodynamik zu bearbeitenden Themenschwerpunkts werden überwiegend die untertägigen Parameter, d.h. das energetische Potenzial des Grubenwassers betrachtet. Neben der Betrachtung der nutzbaren Wärme- und Kälteströme wird auch ein effektives Wärmeübertragerdesign und die Möglichkeit der Energiespeicherung untersucht.

Info: Lehrstuhl für technische Thermodynamik

 

DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH

Die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH bearbeitet das Thema der Energieverteilung und -nutzung übertage. Dabei geht es insbesondere um die übertägigen Bedarfe und Verteilungsmöglichkeiten.

Info: DBI GUT

 

Assoziierte Projektpartner

Im Rahmen der Projektbearbeitung erfolgt ein intensiver Austausch und eine Zusammenarbeit mit:

Fördermittelgeber